© Herbert Reiter

Progressive und regressive Politik im späten Neoliberalismus

» Die Unzufriedenheit mit der neoliberalen Globalisierung ist kein neues Phänomen – weder seitens der Rechten noch bei der Linken. «
Donatella della Porta

Der Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 ist weithin als Anzeichen für den Triumph regressiver über progressive Bewegungen interpretiert worden. Ganz ähnlich wurde das Brexit-Referendum als Indiz für eine Woge des Provinzialismus angesehen, welche die bislang dominierende kosmopolitische Haltung fortzuspülen drohe. Wurden wir um die Jahrhundertwende noch Zeugen einer beeindruckenden Mobilisierung der Linken, etwa im Rahmen des »Global Justice Movement« (man denke an die Proteste gegen den WTO-Gipfel in Seattle 1999, das erste Weltsozialforum mit dem Motto »Eine andere Welt ist möglich« 2001 oder die Entstehung von Organisationen wie Attac), und kam es im Zuge der Finanzkrise von 2008 noch zu gegen die Sparpolitik gerichteten Bewegungen wie Occupy Wall Street oder den indignados in Spanien, so waren die letzten Jahre von einer Rückkehr der dunklen Seite der Politik geprägt. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass es erste Anzeichen für reaktionäre Bewegungen in Europa bereits vor fünfzehn Jahren gab, als Jörg Haiders FPÖ aus den österreichischen Parlamentswahlen von 1999 als zweitstärkst Kraft hervorging und mit der ÖVP von Kanzler Wolfgang Schüssel eine rechtsgerichtete Koalition bildete. Einige Jahre später, 2002, schaffte es Jean-Marie Le Pen in die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahlen, wo er am Ende Jacques Chirac unterlag. Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse wird deutlich, dass die Unzufriedenheit mit der neoliberalen Globalisierung kein neues Phänomen ist – weder seitens der Rechten noch bei der Linken.

Den kompletten Beitrag von Donatella della Porta finden Sie im Buch Die große Regression,
S. 57 – 76.

Newsletter

Wir blicken nach vorne: auf das Thema #greatregression, die Autorinnen und Autoren sowie Veranstaltungen in der kommenden Woche. Und wir blicken zurück: auf das, worüber in den vergangenen Tagen auf dieser Webseite und in den sozialen Medien geschrieben wurde. Zusätzlich bieten wir Ihnen in einem Pressespiegel einen Überblick über die in den internationalen Medien geführte Debatte. Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter, wenn Sie wissen wollen, was rund um Die große Regression geschieht.

Dieser Newsletter ist kostenfrei und kann jederzeit wieder abbestellt werden.