© Jürgen Bauer

Keine Angst vor der Freiheit

» Der Neoliberalismus verdankte seine fatale Anziehungskraft auf die Eliten und zwei Generationen von Ökonomen einer scheinbaren Vollkommenheit. «
Paul Mason

Seit dem Jahr 2008 ist klar, dass die Globalisierung scheitern wird, wenn wir den Neoliberalismus nicht über Bord werfen. Mit dem Brexit und der Wahl Donald Trumps hat der Zerfallsprozess begonnen.

Der Neoliberalismus verdankte seine fatale Anziehungskraft auf die Eliten und zwei Generationen von Ökonomen einer scheinbaren Vollkommenheit. Sein wirtschaftlicher Inhalt bestätigte die Vorstellung, der Kapitalismus sei im Grunde gleichbedeutend mit den freien Marktkräften, dem Überleben der Stärksten und dem schlanken Staat. In seiner politischen Form passte er wunderbar zu der liberaldemokratischen Annahme, wir seien alle Bürger – keine Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – und unsere Rechte seien in erster Linie nicht kollektiver, sondern individueller Natur. Nicht einmal heute – nachdem Renzi gestürzt wurde, da Hollande dem Ende seiner Präsidentschaft entgegenstolpert und Schäuble weitere Einsparungen in Griechenland fordert – hat die gesellschaftliche und politische Elite des Neoliberalismus damit begonnen, diese Prämissen infrage zu stellen. Stattdessen geht es in die entgegengesetzte Richtung: Der autoritäre Populismus, der in ganz Europa eine Minderheit von Wählern aus der Arbeiterklasse mobilisiert, fordert im Grunde eine Deglobalisierung. Seine reaktionäre Natur besteht nicht nur in seiner Vorliebe für Rassismus, Islamfeindlichkeit und gesellschaftlichen Konservatismus, sondern auch darin, dass er die Komplexität des Problems nicht einmal ansatzweise versteht.

Den kompletten Beitrag von Paul Mason finden Sie im Buch Die große Regression,
S. 149 – 174.

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