© Screenshot Suhrkamp Verlag

Die zu kurze Bettdecke

» Menschliche Gesellschaften haben sich als Gesellschaften gesehen, die immer zivilisierter werden, im Umgang miteinander, gegenüber den Frauen, gegenüber den Flüchtlingen, in der Politik. Was aber passiert, ist das Gegenteil. «
Oliver Nachtwey

Warum das so ist, analysiert Oliver Nachtwey in seinem Essay »Entzivilisierung. Über regressive Tendenzen in westlichen Gesellschaften«. Im Interview erklärt er, wie sich die individuelle Selbstkontrolle im Lauf der Jahrhunderte verändert hat. Lange betrachteten wir ein Mehr an Selbstkontrolle als sozialen Fortschritt. Nun hat sie sich jedoch an die Imperative des Marktes gekoppelt. Wer sich in der Freizeit gehen lässt, bekommt schnell das Gefühl, den eigenen Marktwert zu reduzieren. Die Folge: ein schlechtes Gewissen und Wut. Wut, die man auf andere projiziert. Diese Tendenz bezeichnet Oliver Nachtwey als Entzivilisierung.

Im Interview erläutert er die Gründe für diese Entwicklung und spricht über die Rolle, die der Neoliberalismus dabei spielt.

Warum er sich an dem Projekt beteiligt?

»Mich interessiert dieses Thema, weil ich mich schon während des Studiums in sozialen Bewegungen engagiert habe, unter anderem gegen Nazis. Und mein Eindruck ist, die Welt gerät doch ein wenig aus den Fugen, und ich würde gerne dazu beitragen, dass wir besser verstehen, warum sie aus den Fugen gerät.«

 

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