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»Vorwärts in die Vergangenheit« Die Presseschau vom 6. Mai 2017

Lesenswertes und Sehenswertes

Händeschütteln, den eigenen Namen sagen, Gesicht zeigen – der Zehn-Punkte-Katalog für eine deutsche Leitkultur von Innenminister Thomas de Maizière sorgte diese Woche für heftige Diskussionen. »Mangel an nationaler Normalität« nennt dies Jakob Augstein in seiner Kolumne auf SPIEGEL ONLINE und beschreibt das Papier als »antimuslimische Finte im Wahlkampf«.

Die US-amerikanische Verfassung beschreibt zwei Wege, mithilfe derer ein Präsident aus dem Amt gedrängt werden kann: das Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) und das 25th Amendement, das den Rücktritt des Präsidenten erwirken kann, sollte diesem eine Amtsunfähigkeit attestiert werden können. The New Yorker diskutiert die Umsetzbarkeit dieser beiden Möglichkeiten unter der Headline »How Trump Could Get Fired«.

Benjamin Bidder greift auf SPIEGEL ONLINE die Debatte um den Zustand der russischen Jugend auf: Während die einen den Untergang einer Generation beschwören, hoffen die anderen auf eine Emanzipation von Putin und seiner Propaganda. »Wer hat Recht?«, fragt er und antwortet: beide. »Generation Putin« – eine Generation der Widersprüche.

Außerdem: Zum 50. Jahrestag des May Day Manifesto hat der Guardian linksgerichtete Theoretiker unserer Zeit versammelt. Sie schreiben, was ein Manifest der Gegenwart beinhalten sollte.

 

Das Buch und die Autoren in der Presse

Der Blog Literaturen empfiehlt den Debattenband all jenen, die »eine Idee davon entwickeln [wollen], welche Determinanten sich als prägend für die Reise zu Pegida, AfD, Trump, Brexit, Le Pen, Orbán, Wilders erwiesen haben«.

Mitautor Paul Mason spricht im Guardian über die Notwendigkeit eines alternativen Brexit-Plans. Außerdem war er zu Gast bei BBC Radio 4, wo er mit Nick Robinson die »Krise der Demokratie« diskutierte.

Antonio Pita von El País schreibt über Zygmunt Baumans (†) Buch Retrotopia und seinen Essay »Symptome auf der Suche nach ihrem Namen und Ursprung« – Letzterer erschienen in Die große Regression. Eine Hommage an »one of the most influential thinkers of the 20th century«.

René Scheu beschreibt Die große Regression in der Neuen Zürcher Zeitung als eine Wiederbelebung der linken Debatte. Seine Kritik: Die »Devise linker Intellektueller« laute »Vorwärts in die Vergangenheit« – an die Stelle der Revolution trete eine durch Nostalgie angetriebene Reaktion.

 

Veranstaltungstipp

Vom 11. bis zum 13. Mai 2017 findet in der Gedenkstätte Berliner Mauer eine internationale Konferenz zum Thema »Unmögliche Ordnung. Europa, Macht und die Suche nach einem neuen Migrationsregime« statt.

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