© Felix Leupold via flickr.com© Felix Leupold via flickr.com

»War das Richtige von damals falsch?« Die Presseschau vom 28. April 2017

Lesenswertes und Sehenswertes

In einem Artikel in der taz macht Klaus Raab einen provokanten Vergleich: Was früher die Generation der ´68er charakterisierte – die Ablehnung der für monopolisiert gehaltenen öffentlichen Meinung und des parlamentarischen Systems –, lasse sich heute in der Haltung vieler Rechtsextremer wiedererkennen. Raab stellt unangenehme Fragen: »War das Richtige von damals falsch? Ist das Falsche von heute richtig?«

Die Publizistin Jana Hensel spornt uns an, die Auseinandersetzung mit AfD und Pegida nicht zu scheuen – auch wenn das manchmal heikel werden könne. Denn wenn wir versuchen, uns von den »neuen Rechten« fernzuhalten, würden diese davon nur profitieren. »Unser schlechtes Gewissen ist ihre Heimat«, schreibt Hensel auf Zeit Online.

Auch in Lateinamerika geht es um eine große Regression. »Brasilien – Der große Sprung zurück«, so lautet der Titel einer Dokumentation auf ARTE. Darin geht es um den Kampf der brasilianischen Bevölkerung gegen die wirtschaftliche und politische Krise der letzten Jahre.

 

Das Buch und die Autoren in der Presse

Reaktionen auf Die große Regression gab es in dieser Woche in Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur. Klaus-Rüdiger Mai konstatiert im Deutschlandfunk eine »Krise des linken Denkens«. Hans-Martin Schönherr-Mann kommentiert in Deutschlandfunk Kultur, der Debattenband biete »nicht nur unterschiedliche Analysen der Hintergründe für die Erfolge des Populismus, sondern auch zahlreiche sich daraus ergebende durchaus unterschiedliche Perspektiven«.

Die portugiesische Ausgabe von Die große Regression kündigte der Journalist João Vieira Pereira in Expresso an und rief zum Lesen auf. Die Lektüre des Buches sei dringend notwendig.

Im Interview mit Le Journal du Dimanche analysiert Arjun Appadurai die Ursachen des Aufstiegs des Populismus. Pankaj Mishra spricht auf acast.com über sein neues Buch The Age of Anger.

Außerdem: Expresso und die spanische Zeitung El Pais veröffentlichten Zygmunt Baumans Beitrag »Symptome auf der Suche nach ihrem Namen und Ursprung«. Wolfgang Streecks Essay »Die Wiederkehr der Verdrängten als Anfang vom Ende des neoliberalen Kapitalismus« erschien in der New Left Review.

 

Kurz & aktuell

»Divine Chaos of Starry Things« heißt ein Theaterstück des Autors Paul Mason. Vom 25. April bis zum 20. Mai wird es im White Bear Theatre in London aufgeführt. Das Stück basiert auf den Memoiren von Louise Michel, einer der emblematischsten Figuren der Pariser Kommune. Im Stück geht es um die Erfahrung der Aufständischen während ihrer Kämpfe 1871, um Niederlagen und das Leben im Exil.

Stefan Petzner war jahrelang einer der engsten Mitarbeiter des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider. Nun hat er ein Buch geschrieben, in dem er vor Populismus warnt: Trump to go. Eine kurze Erklärung wie Populismus funktioniert. Am 24. April war er zu Gast beim Schweizer Radiosender SRF, um über das Buch zu sprechen. Nachzuhören auch als Podcast auf der Internetseite des Senders.

Newsletter

Wir blicken nach vorne: auf das Thema #greatregression, die Autorinnen und Autoren sowie Veranstaltungen in der kommenden Woche. Und wir blicken zurück: auf das, worüber in den vergangenen Tagen auf dieser Webseite und in den sozialen Medien geschrieben wurde. Zusätzlich bieten wir Ihnen in einem Pressespiegel einen Überblick über die in den internationalen Medien geführte Debatte. Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter, wenn Sie wissen wollen, was rund um Die große Regression geschieht.

Dieser Newsletter ist kostenfrei und kann jederzeit wieder abbestellt werden.